Piratenpartei – Erfolg trotz fehlender politischer Inhalte

Um es vorweg zu nehmen – ich sympathisiere nicht mit der Piratenpartei, aber beobachte deren ungewöhnlichen Erfolg, der nicht zuletzt durch ein gutes Engagement in Social Media erreicht wurde.

Bereits zum zweiten Mal überrascht die Piratenpartei mit einem Wahlerfolg bei einer Landtagswahl: Spielend kaperten die Piraten im Saarland die 5% Hürde und sammelten beträchtliche Wählerstimmen aus allen politischen Lagern, insbesondere der Nichtwähler ein. Das Phänomen an dieser Story ist, dass dieser politische Erfolg ohne ein erkennbares politisches Konzept geglückt ist.

Die Piratenpartei hat kaum Wahlkampf offline betrieben, war aber online umso aktiver. Online besitzt diese Partei eine hohe Zustimmung, nicht nur bei den jungen Internetnutzern. Dabei nutzt diese Partei geschickt das WEB 2.0, in dem sich die Menschen selbst organisieren und vernetzt kommunizieren. Das ermöglicht einen raschen Reichweiten-Aufbau und unterstützt das virale Empfehlungsmarketing.

Das wird schon deutlich mit der Anzahl der Liker der jeweiligen Pages der Parteien:

  • Piratenpartei: ca. 46,8 Tsd. Liker
  • CDU: ca. 18,3 Tsd. Liker
  • SPD: ca. 26,0 Tsd. Liker
  • FDP: ca. 16,1 Tsd. Liker

Aber was ist ein Liker innerhalb der sozialen Vernetzung wert? Darüber streiten sich die Geister seit es Facebook gibt. Klar ist aber, dass aktive Fans mit großem eigenem, illustren Netzwerk sehr interessante Influencer sind. Illuster vernetzt heißt in dem Fall – in alle Zielgruppen hinein, nicht nur innerhalb der eigenen Gesinnungsgenossen (wie beispielsweise bei der FDP).

Wo kommt der große Erfolg der Piraten? Möglicherweise von dem offeneren Politikstil, in dem man den Menschen mehr Mitwirkungsmöglichkeiten einräumt und keine „Vogel friss oder stirb“-Statements von „denen da oben“ hinwirft. Jeder hat die Möglichkeit, mit der Partei über die verschiedenen Social Media Kanäle zu kommunizieren oder sich untereinander – gerne auch kontrovers – auszutauschen. Genau davor haben die meisten etablierten Parteien große Angst (wie im übrigen auch viele Unternehmen).

Wenn man genauer hinsieht, dann bemerkt man, dass die Piraten in punkto Social Media auch nur mit Wasser kochen. Zwar besser als die anderen – aber  mit Entwicklungspotential.

Neben den unterschiedlichen Social Media Plattformen Facebook, Twitter, Google+ und YouTube ist die Diskussionsplattform Liquid Feedback das mediale Kernstück.

  • Allerdings kann man als Nicht-Parteimitglied nur mitlesen, nicht mit diskutieren. Das widerspricht dem WEB 2.0 Gedanken.
  • Außerdem – und das ist subjektiv von mir so empfunden – lässt sich die inhaltliche Qualität noch deutlich steigern.

Ich jedenfalls bin gespannt, ob sich der Trend von Berlin (2011) und dem Saarland heuer fortsetzt. Denn am 6. und 13. Mai 2012 geht´s weiter mit Landtagswahlen: in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Wenn ich einen Tipp abgeben soll… die Piraten räumen weiter ab 😉

raifeleistung

Ist RAIFELEISTUNG nur ein Wortspiel? Ganz bestimmt nicht, denn alle Kunden von Stephan Raif dürfen eine wahrlich reife Leistung erwarten. Sie bekommen neben viel Erfahrung aus über 20 Jahren im Job, profundem Marketing- und Social Media Know-how noch eine ganze Menge Engagement, Begeisterung und Herzblut frei Haus.

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