Noch viel Luft nach oben: Enterprise 2.0 Performance deutscher Konzerne

Wissenstransfer_Gehirn90% des unternehmensrelevanten Wissens ist in den Hirnen und Gedächtnissen der Mitarbeiter gespeichert: Erfahrungswissen, das in den Köpfen der Kollegen ist und bleibt. Daher macht es Sinn, über eine neuen Wissensmanagement-Strategie nachzudenken, die das Teilen von Wissen in den Vordergrund stellt.

Innovative Unternehmen sorgen also künftig für mehr und besseren Wissenstransfer zwischen den Fachleuten und Kollegen. Grundvoraussetzung dafür ist es, die Experten im Unternehmen zu finden und für eine gute Vernetzung dieser Kollegen zu sorgen.

Genau das hat eine neue Studie, die durch die Uni Potsdam in Zusammenarbeit mit experience network entstanden ist, untersucht: „Erfolgsfaktoren zur Steuerung impliziten Wissenstransfers in Unternehmen. Eine qualitative Studie zum Reifegrad von persönlichem Wissens- und Erfahrungstransfer im Enterprise 2.0“.

Das Ergebnis vorweg – kaum eines der untersuchten Unternehmen erhält gute Noten bei der Bewertung. Man hat das Potenzial von E2.0 für das Wissensmanagement erkannt, aber noch bekommt es nicht den Stellenwert, den es bräuchte, um nachhaltige Veränderungen zu schaffen.

“Die Investition in eine Anwendung ist dabei jedoch nur der geringste Teil der Wissensmanagement-Anstrengung. Vielmehr müssen Tools, Kultur, operative Zielsetzungen und Ressourcen in Einklang gebracht werden um mittels E2.0-Anwendungen effektives Wissensmanagement zu betreiben.”

An der Studie haben 26 internationale Konzerne und große Mittelständler teilgenommen. Darunter waren Dickschiffe wie BASF, Bosch, Deutsche Bank, Deutsche Post, Deutsche Telekom, E.ON, Linde, Metro, RWE und VW.

In Interviews wurde nach den Erfolgsfaktoren für effektives Wissensmanagement durch Web 2.0 (interne / externe Wikis, Blogs, Knowledge Repositories) geforscht.

Die Erfolgsfaktoren sind:

  • die strategische Verankerung bzw. Aufmerksamkeit durch das Management: Man muss es wollen
  • zur Verfügung gestellte Zeitressourcen durch Mitarbeiter, die sich für die Web 2.0 Anwendungen engagieren: Man muss es nachhaltig betreiben
  • die Anerkennung, dass das Teilen von Wissen ein Teil der täglichen Arbeit ist: Wissen teilen muss „in the flow“ sein
  • businessorientierte Steuerung und Erfolgskontrolle: Man kann nur steuern, was man messen kann
  • ein Belohnungssystem, das ein persönliches Engagement  positiv verstärkt: Anwender müssen für das Teilen von Wissen belohnt werden.

Auf diese Kriterien wurden die Unternehmen untersucht und einige offensichtliche Schwachstellen bei der Einführung von Enterprise 2.0 lokalisiert:

  • “Auch wenn das Teilen von Wissen von Unternehmen als eines der wichtigsten Unternehmensgrundsätze genannt wird, spiegelt sich dies nicht in einer starken Priorisierung von Wissensmanagement wider”
  • “Wissensmanagement mittels E2.0-Anwendungen wird stattdessen häufig als IT-Projekt (miss-)verstanden”
  • “Langfristige Konzepte der Partizipationssteuerung und Anreizsetzung sind nicht definiert”

Aus meiner Sicht erfordert ein wirkungsvoller Einsatz von Web 2.0-Anwendungen im Unternehmen eine neue Unternehmens- und Führungskultur, die gerade die Erfolgsfaktoren unterstützt und die Mitarbeiter antreibt, sich selbst für einen guten Wissenstransfer stark zu machen.

Auch ich arbeite derzeit mit bei einem interessanten Wissensmanagement-Projekt eines deutschen Konzernes. Im Moment sind wir noch auf der technischen Ebene unterwegs, aber bald geht es darum, mit guten Inhalten die Mitarbeiter zum mitmachen zu überzeugen.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit „Geduld und Spucke“ weit kommen werden und die E2.0- Tools (Wiki, Blog, Forum) in die tägliche Arbeit der Kollegen integrieren können. Die Unterstützung vom Vorstand ist da und ein neues Kulturprogramm läuft unternehmensintern seit einigen Jahren. Ich bin gespannt auf die kommenden Entwicklungen.

Wissenstransfer_Kopf

 (Foto: Dierk Schaefer)

raifeleistung

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