Veränderung ist ein Leben lang möglich. In allen Bereichen.

Urlsula Staudinger RAIFELEISTUNGZur Zeit beschäftige ich mich viel mit Veränderung. Das hängt mit meinem Engagement als „Innovations-Befähiger“ im NavigationLab zusammen. Und weil´s mich einfach interessiert.  Was wäre es doch für eine furchtbare Vorstellung, dass das Leben „ein langer ruhiger Fluss“ ist und man sich nur noch treiben lässt?

Vor kurzem habe ich ein spannendes Interview mit der Psychologin und Altenforscherin Professorin Dr. Ursula Staudinger in Spiegel Online gelesen, das ich nachfolgend zusammenfasse.

Ab dem mittleren Erwachsenenalter gibt es keine tiefgreifenden Veränderungen mehr. Stimmt das?

Tatsächlich ging man bis vor kurzem davon aus, dass sich die Charakterzüge mit ca. 30 Jahren ausgebildet haben und ein Leben lang so bleiben. Das widerlegen nun eine interkulturell angelegte  Langzeitstudie. Das Veränderungspotenzial der Psyche ist kognitiv und emotional immens.

Ich weiß aus anderen Vorträgen von Spezialisten des Neuromarketings, dass der emotionale Faktor Begeisterung und Freude eine große Triebfeder für Veränderungen und stetigem Lernen sein kann. Daher ist es auch mit 80 noch möglich, eine fremde Sprache zu lernen, wenn die Motivation  groß genug ist (beispielsweise, wenn sich ein 80jähriger Münchner in eine knackige 70jährige Chinesin verliebt 😉 )

Die Big Five der menschlichen Charakterzüge

In der Forschung geht man davon aus, dass es fünf wesentliche Charakterzüge, die „Big Five“ gibt: Umgänglichkeit, Zuverlässigkeit, emotionale Stabilität, Extraversion und Offenheit für Erfahrungen. Je älter man wird, desto mehr nehmen Umgänglichkeit, Zuverlässigkeit und emotionale Stabilität zu. Dieser Effekt ist in allen Kulturen weltweit der selbe. Das trainiert man täglich beim Funktionierenim Beruf,  in der Gesellschaft und beim Zusammenleben mit anderen.

Wir verändern uns im Laufe unseres Lebens durch die verschiedenen Aufgaben, die wir übernehmen ganz automatisch. Mit dem Eintritt ins Berufsleben beispielsweise wird Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit erwartet. So trainieren wir automatisch diese Eigenschaften und übernehmen sie ins tägliche Leben.

Man ging davon aus, dass die Offenheit für neue Erfahrungen ab etwa 40 Jahren abnimmt. Auch das ist dem täglichen Leben geschuldet, denn es kostet viel weniger Energie, funktionierende Abläufe zu wiederholen als sie permanent in Frage zu stellen. Jedoch natürlich kann auch die Lust auf neue Erfahrungswerte mit der richtigen Motivationspaket in jedem Lebensalter geweckt werden. Das klappt nicht bei jedem gleich gut, aber es funktioniert, wie die Forschungen von Frau Staudinger bewiesen.

Entscheidend dabei ist es, wie man die Veränderung selbst erlebt. Werden sie einem im Arbeitsleben aufoktroyiert, so verhindert der äußere Zwang oft eine sinnvolle Entwicklung. Begreift man sie aber als Chance, dann lernt man schnell dazu. Gerade hier gibt es in Unternehmen noch viel Entwicklungspotenzial – auch übrigens ein Beratungsfeld des NavigationLabs.

Interview mit Prof. Dr. Ursula M. Staudinger from Leibniz-Gemeinschaft on Vimeo.

Macht die Philosophie des stetigen Wandels und der Weiterentwicklungen glücklicher?

Jein – das kann man nicht garantieren. Aber es erhöht die Chance dazu. Frau Staudinger schildert zwei positive Wege in der Persönlichkeitsentwicklung: den Wohlbefindensweg und den Weisheitsweg.

Auf dem Wohlbefindensweg wandeln die meisten von uns. Wir konzentrieren uns darauf, dass es uns und unserem nahen Umfeld gut geht und sich alle wohlfühlen. Die Folge ist eine Art Bestandswahrung des Vorhandenen und des Erreichten. Veränderungen gefährden die Routine und werden deshalb eher als Risiko verstanden.

Der Weisheitsweg dagegen ist der Versuch, die globalen Zusammenhänge zu verstehen und zum Wohle aller weiterzuentwickeln. Die Motivation dieser Menschen geht weit über das eigene Ego hinaus. Davon gibt es, wie wir alle wissen, nicht sehr viele.

Welche Gründe erfordern tiefgehende Veränderungen?

Oft sind es extreme Lebensereignisse, die eine Gesellschaft oder eine Person widerfahren. Beispielsweise eine Katastrophe oder die Trennung eines geliebten Menschen. In diesen Situationen hinterfragt man kritisch den eigenen Status Quo und sucht nach Lösungen, die erfolgsversprechend(er) sind. Allerdings ist das anstrengend und wird deshalb nur dann gemacht, wenn´s unbedingt sein muss.

Genug Beispiele dazu kennt ja jeder aus dem eigenen Leben. Man befindet sich so lange in einer (routinierten) Situation, bis sie so ausweglos erscheint, dass man resigniert. In diesem Zusammenhang verstehe ich die Resignation nicht als Aufgabe, sondern als der erste Schritt zum Wandel. Die Bedeutung von „resignare“ im Lateinischen bedeutet nicht umsonst „neu zeichnen“,  also sinngemäß der „New Deal“ mit sich und der Welt.

Der Wohlbefindensweg ist also kein schlechter, so lange er funktioniert. Aber es ist gut zu wissen, dass es auch einen anderen gibt und vor allem, dass man ihn mit der richtigen Motivation ein Leben lang beschreiten kann.

 

Das Interview mit Frau Prof. Ursula Steiniger lesen Sie hier in Spiegel Online.

raifeleistung

Ist RAIFELEISTUNG nur ein Wortspiel? Ganz bestimmt nicht, denn alle Kunden von Stephan Raif dürfen eine wahrlich reife Leistung erwarten. Sie bekommen neben viel Erfahrung aus über 20 Jahren im Job, profundem Marketing- und Social Media Know-how noch eine ganze Menge Engagement, Begeisterung und Herzblut frei Haus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Der kleine Intelligeztest von RAIFELEISTUNG ;-) * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.