ALS Ice Bucket Challenge – ein virales Phänomen

Ice Bucket Challenge RAIFELEISTUNGEs vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht irgend einer meiner Bekannten einen Kübel Eiswasser über den Kopf kippt. Ich bin da nicht alleine – so geht es vielen rund um den Globus. Promis, Bekannte … so langsam erwischt es jeden.

Um was geht es eigentlich? Die „ALS Ice Bucket Challenge“ ist eine Spendenkampagne, die auf die unheilbare und zum Tod führende Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (oder kurz: ALS) aufmerksam macht. Der Sinn der Aktion ist es, Spendengelder zu sammeln. Und das funktioniert bestens. Es sind mittlerweile xx Mio. EUR und Dollar gespendet worden (gestern hörte ich von über 90 Mio. USD).

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Eines der am meisten geklickten Videos – heute (26.08.14) bereits über 15 Mio. mal auf YouTube. Sehr bewegend und emotional (unbedingt bis zum Schluss ansehen!), denn es ist von einem ALS-Kranken selbst gedreht. 

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So funktioniert die Challenge: Als Nominierter muss man sich mit kaltem (!) Eiswasser übergiesen und mindestens 10 USD bzw. 10 EUR an die ALS Association spenden. Der Beweis erfolgt natürlich via (Handy-) Video, das über die sozialen Netzwerke (Facebook, Google+, Twitter etc.) geteilt wird. Ist man wasser- oder kamerascheu, so hat man mindestens 100 USD bzw. 100 EUR zu spenden. Jeder Nominierte hat genau 24 Stunden Zeit und darf anschließend drei weitere Personen nominieren. That´s it. So geht das um die Welt.

Angestoßen hat das Ganze u.a. Corey Griffin, der tragischerweise am 15. August 2014 gestorben ist. Er ertrank in einem Hafenbecken während einer Feier zu den ersten 100.000 Spenden-Dollar.

Diese Aktion wurde weltweit schnell bekannt, weil mehrere Erfolgs-Faktoren zusammenkamen:

  • Ein guter Sinn ist dahinter, nämlich die ALS-Forschung zu unterstützen
  • Eine aufmerksamkeitsstarke, witzige Idee (Eiswasser über den Kopp)
  • Prominente Teilnehmer (fast jeder machte mit)
  • Videobeweise der Challenge, die veröffentlicht wurden 
  • Viralität durch soziale Netzwerke, Shares und Likes
  • Perfekte Bühne zur Selbstdarstellung der Nominierten

Die ersten Nominierten waren Prominente, die sich der Challenge in der Öffentlichkeit stellten, Videos drehten und das dann veröffentlichten. Diese Leute haben mehrere hunderttausende Follower, die das sahen, teilten und … selbst dann mitmachten. Mit dabei waren Leute wie Mark Zuckerberg, Bill Gates oder Eminem, Mr.Porter und Rhianna direkt auf der Konzertbühne. Wenige Tage später schwappte die ALS Challenge viral nach Deutschland und auch hierzulande kippten sich die Promis kübelweise Eiswasser über den Kopf, z.B. Otto Waalkes oder Sebastian Schweinsteiger 

Auch ganze Firmen stellen sich der Challegenge, spenden und machen den Spaß mit.

 

 

Selbst Angela Merkel machte mit ;-))

Was ist neu?

Was mir aufgefallen ist – mittlerweile gibt es abertausende Videos von Menschen, die sich selbst mehr oder weniger lächerlich machen. Diese Videos werden meist per Handy und ohne Schnitt gefilmt und gleich danach veröffentlicht. Dabei scheint es egal zu sein, ob man dabei eine gute Figur macht oder dass man am Ende wie ein begossener Pudel da steht.

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Hier eine mehr oder weniger lustige Sammlung an Ice Bucket Challenges, die ins Auge gingen. Und trotzdem stehen sie im Netz für jedermann bereit. 

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Das hat man vor der ALS Ice Bucket Challenge in dieser extremen Form noch nicht gesehen. Der internationale Selfie-Wahn hat bisher nur dazu geführt, von möglichst vielen – am besten aufsehenerregenden – Situationen schöne Bilder von sich zu machen, um die eigene Reputation zu stärken. Lächerliche Fotos gibt es zwar auch zuhauf, aber meistens nicht in den Augen der jeweiligen Protagonisten.

Weitet sich die Selfie-Bewegung nun ins Bewegtbild aus? Werden nicht bzw. schlecht inszenierte Videos künftig verstärkt für den eigenen Ego-Trip genutzt?

 

Zwei unterschiedliche Arten von Ice Bucket Videos

Ich beobachte zwei Trends dieser Videos. Der eine: Unbedingt mitmachen, Wasser über den Kopf, Freunde (oder Feinde) nominieren und sofort auf Facebook mit dem Video. Von diesen Leuten muss man annehmen, dass sie überhaupt nicht wissen, um was es geht. Der einzige Grund mitzumachen ist die Selbstdarstellung von Promis oder Privatpersonen. Wie z.B. Mario Götze – dem unterstelle ich einfach, dass er nicht verstanden hat, warum es diese Challenge gibt. Oder Helene Fischer, die einfach ihren super Body präsentieren wollte:

Bedenklich wird dieser Trend, wenn sich große Marken dranhängen und versuchen, ihn für die eigene Kommunikation sinnentfremdet zu verwenden, wie z.B. Mini USA. Weitergedacht hätten die daraus eine super Aktion machen können, in dem für jedes ähnliche Video eines Mini-Fahrers der Betrag x durch BMW/Mini gespendet würde. So aber leider zu kurz gesprungen, liebe Kollegen.

Dann gibt es zum Glück noch die Gruppe an Menschen, die erklären, was das Ganze soll und wo man hin spenden kann. In letzter Zeit sehe ich mehr von diesen Videos – es scheint sich also herum gesprochen zu haben.

 

Mitmachen, aber trocken bleiben

Leider ist der Sinn dieser Challenge mittlerweile vielen schon so verschleiert, dass sie diejenigen, die mitmachen – ohne sich mit Eiswasser zu übergießen – als Spielverderber empfinden. Aber natürlich ist das völlig ok, wenn sie dafür spenden. Und das tun einige Promis wie Barack Obama,  Sigmar Gabriel, Marietta Slomka oder Concita Wurst und auch manche Privatpersonen.

So langsam ist der Dampf raus aus der Aktion. War und ist sehr erfolgreich gelaufen und ich bin gespannt, wie sich jetzt unsere Streams in Facebook & Co. verändern werden. Mein Tipp – wir sehen künftig mehr Selfie-Videos 😉

raifeleistung

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