Chancen für Change?

Ich habe mich schon vor Jahren intensiv mit dem Thema Change auseinander gesetzt. Damals auf Seiten eines Beratungsunternehmens, das durch interaktive und kreative Methoden andere Unternehmen unterstützt, eigene innovative Ideen zu entwickeln. Mittlerweile denke ich “Change” neu aus einem großen Konzern von der konkreten Umsetzung heraus, was für mich höchst spannend ist.

Noch bin ich ganz am Anfang meiner neuen Erfahrungen, jedoch jetzt schon stelle ich fest, wie einfach es als Berater ist, beispielsweise das Silo-Denken zu verdammen oder neue Ideen zu entwickeln. Viel schwerer ist es allerdings, diese guten Gedanken und Vorsätze in die Tat umzusetzen.

Keine Frage! Change ist notwendig

Dass es so nicht weiter gehen kann, wie bisher, ist den meisten klar. Selbst Menschen mit Tasten-Handy haben schon etwas von der Digitalisierung gehört und wissen, dass unsichere Zeiten auf sie zukommen.

Nur wie fangen wir damit an? Welche ersten Schritte müssen gemacht werden? Wer muss sich als erstes bewegen? Welche Konsequenzen hat das für den Einzelnen? Was bedeutet das für unseren gewohnten Alltag?

 

Wandel ist einfach – Gewohntes loszulassen schwer

Stellen wir uns ein großes, international agierendes Unternehmen vor, das seit vielen Jahrzenten am Markt ist. Dort arbeiten viele Menschen, die das möglicherweise bereits in der zweiten oder dritten Generation tun. Darunter befinden sich natürlich unterschiedlichste Persönlichkeiten von intro- bis extrovertiert, von theoretisch bis praktisch veranlagt, aufgeschlossene Menschen und Gewohnheitstiere, exzellent Ausgebildete und Angelernte – und Menschen, die einen Großteil ihres Berufslebens vor sich haben und solche, die “nur” noch ein paar Jahre arbeiten müssen. Dazu kommen verschiedenste Arbeitsverträge mit den Mitarbeitern, Betriebsräte mit weitreichendem Einfluss und dergleichen mehr.

Nun können wir uns gut vorstellen, wie schwer es ist, mit dieser illusteren Mitarbeiterschar nachhaltige Change-Programme umzusetzen. Sie scheitern oft an Banalitäten, die im Zwischenmenschlichen liegen oder am vehementen Verteidigen der gewohnten Strukturen.

 

Tools, Dashboards, Technik

Ich beobachte häufig, dass ein unglaubliches Technik-Vertrauen herrscht. Change erfordert eine intensive Kommunikation unter allen Beteiligten, die am besten persönlich stattfinden sollte. Natürlich ist das nicht immer und überall möglich – dafür haben wir gute technische Möglichkeiten.

Allerdings glauben viele Unternehmen, dass technische Tools bereits die Digitalisierung sind oder/und sie den Wandel alleine schaffen. Idealerweise besitzt diese Technik künstliche Intelligenz, damit dem Mitarbeiter auch das Denken abgenommen wird. Jedoch nichts ersetzt die zwischenmenschliche Interaktion, die im Zuge der Digitalisierung gerne eingespart wird.

 

Halbherzige Bekenntnisse

Die Treppe kehrt man immer von oben nach unten, heißt es. Genauso ist es auch in Unternehmen. Die Vorgesetzten müssen mehr denn je eine Vorbild-Funktion übernehmen. Denn in Zeiten von Social Media spricht sich sofort herum, wer etwas ernst meint und wer nur Lippenbekenntnisse abgibt – selbst aber für sich den bequemeren oder vorteilhafteren Weg wählt.

Wenn Change-Projekte beschlossen sind, dann ist beispielsweise die Kommunikation unter den Kollegen oft eine wichtige erste Maßnahme. Deshalb gibt es mittlerweile häufig bunte Sitzgruppen mit Kaffeemaschinen auf den Gängen von Unternehmen. Der Rest aber bleibt wie er war: Zellenbüros mit geschlossenen Türen, der schiefe Blick von Kollegen oder Vorgesetzten für die Leute, die sich beim Kaffeetrinken unterhalten, Vorgesetzte, die sich bei den Kollegen nie zeigen…

Dabei gibt es gute Konzepte, die genau diesen Flurfunk fördern – denken wir an New Work Konzepte, die gut funktionieren und die es oft in den eigenen Konzernen gibt. Diese verändern den Arbeitsalltag nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Vorgesetzten. Die allerdings bleiben gerne in ihren verglasten Büros.

Apropos Vorgesetzte. Auf sie kommt in Zukunft viel zu. Damit meine ich nicht die anstehenden Veränderungen. Ich denke an eine andere Führungsqualität wie wir es heute noch meist haben. Die neue Führung baut auf Vertrauen, mehr Teamgeist, klaren Zielstrukturen und vieles mehr. Auch das gehört zur Digitalisierung.

Raus aus der Komfortzone

Change bedeutet für alle, Neuland zu betreten. Wobei sich das dramatischer anhört als es ist. Denn viele Konstante bleiben – wie beispielsweise viele der eigenen Aufgaben, die Kollegen, die Kunden etc. Außerdem ändert sich nie alles auf einmal, sondern meist nur in kleinen Schritten.

Wir werden in Zukunft unsere Komfortzone deutlich vergrößern müssen, um mit der Digitalisierung Schritt halten zu können. Doch auch daran gewöhnen wir uns und schon fühlt es sich nicht mehr so “außerhalb” an.

Das haben wir alle in unserem Leben schon mehrmals geschafft – denken wir an die Einführung von Fax-Geräten in der Firma. Plötzlich konnten Nachrichten innerhalb von Sekunden übermittelt werden. Dann der Einzug von E-Mails, die die vorherige Kommunikation nochmals turborisierte. Oder an unsere Smartphones, die heute völlig normal sind und für viele ständige Begleiter wurden.

 

Der erste Schritt zum Wandel: die eigene Bereitschaft dazu

Wir müssen wollen wollen. Egal in welcher Sitaution wir uns befinden – immer voraus gesetzt, wir haben noch Erwartungen in unseren Beruf und an unser Unternehmen. Wer die richtige Einstellung besitzt, der schafft auch den Schritt aus seiner persönlichen Komfortzone. DAS ist der eigentliche Wandel, den wir vollziehen müssen. Der Rest ist dann einfach 😉

Alle Bilder Public Domain

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